Allgemein

Champagne – Berühmte Schaumweine aus Frankreich

Unter anderem dort, wo heute das berühmte Weinbaugebiet Champagne liegt, erstreckte sich in grauer Vorzeit ein riesiges Meer. In diesem tümmelten sich urzeitliche Schalentiere, Seeigel und die tintenfischartigen Belemiten mit ihren Schneckengehäusen. Mit der Zeit setzten sich die Panzer, Skelette und Schalen gestorbener Tiere am Meeresboden ab und wurden über die Jahrtausende durch Druck neuer Schichten und hohe Temperaturen immer weiter komprimiert. Die Kalkschicht des Jurazeitalters entstand nach und nach und fruchtbare Erde lagerte sich auf ihr ab. Die größten Kreidelager entstanden dabei etwas südlich der Stadt Reims, wo man heute das Weinbaugebiet Champagne vorfindet. Durch diese Kalkschicht kann sich der typische Charakter eines Champagners bilden, der sich durch seine lebendigen Säuren und mineralische Abstufungen  geprägt wird. Zusätzlich zu den im Boden enthaltenen Mineralien bringt die Weiße Kreideschicht auch noch weitere Vorteile für Winzer. Beispielsweise kann sie die Sonnenwärme speichern und nach und nach wieder abgeben, was für ein gemäßigtes Klima sorgt. Außerdem sorgt der Boden für einen günstigen Wasserhaushalt, der den Wurzeln der Weinreben sehr zugute kommt.

champagne schaumweinVier Zonen

Die Champagne ist die nördlichste große Weinregion Frankreichs. Die wichtigsten Städte, um die sich die Weinbauflächen anordnen, sind Reims und Epernay.

Grundsätzlich lässt sich die 31.000 Hektar große Fläche in vier Hauptzonen aufteilen. Südlich der Stadt Reims liegt ein bewaldetes von Weingärten durchzogenes Hügelgebiet, das sich Montagne de Reims nennt. Vallé de la Marne wird die Region an den beiden Ufern des Marne-Tals genannt. Das dritte Gebiet, welches hauptsächlich mit Chardonnay bepflanzt ist, ist die hügelige Cote des Blancs. Unabhängig von diesen drei aneinanderliegenden Zonen, die zum Department Marne gehören, gibt es noch das Department Aube. Etwa 80% der Weingärten in dieser vierten Champagnerregion sind mit Pinot noir bestockt.

Insgesamt umfasst das Champagnergebiet 294 Gmeinden, wovon die besten in eine Klassifikation aufgenommen wurden. 17 Grands crus mit einem Qualitätsniveau von 100% stehen ganz oben und werden von 41 Premiers crus, die ein Qualitätsniveau von 90 bis 99% zugeschrieben bekommen haben, gefolgt. Diese Abstufungen werden noch zusätzlich zum festgelegten Traubenpreis angewandt.

In der Champagne gibt es geniale Kellermeister

Das Prinzip der Cuvée wurde von einem Kellermeister aus der Champagne entdeckt. Dom Pierre Pérignon (1638-1715) war der Kellermeister der Abtei von Hautvillers, einem kleinen Ort in der Nähe von Epernay. Dieses Prinzip beschreibt den Verschnitt von stillen Grundweinen, wobei das Ganze mehr ergibt als die Summe der Teile. Weine von verschiedenen Parzellen wurden dabei von dem genialen Mönch gemischt. Nach diesem Prinzip werden auch heutzutage noch die allermeisten Champagner produziert, wobei von den renommierten Weinen dazu auch neue Weine mit älteren Jahrgängen gemeinsam verarbeitet werden. Aber die eigentliche Champagnerbereitung geschieht erst nach dem Verschnitt. Dabei wird der stille Wein zum Schaumwein.

Rebsorten

Für Champagner sind drei Rebsorten zugelassen. Der Chardonnay mit 25 bis 30% der Rebfläche ist die einzige weiße Rebe. Daneben gibt es noch zwei blaue Sorten aus der Pinot-Familie. Der Pinot noir mit knapp 40% der Bestockung und der Pinot meurier, dessen Reben auf etwa 35% der Weinbauflächen in der Champagne gedeihen. Der letztere treibt deutlich später aus und reift früher als der Pinot noir, weshalb er auch eher für den Anbau im etwas kühlerem Marne-Tal geeignet ist. Ein Pinot meurier hat ein fruchtiges, florales Aroma, eine begrenzte Finesse und ein geringes Alterungspotenzial. Das ist der Grund, warum Spitzenchampagner wenig oder gar nichts dieser Rebsorte enthalten.

Champagnersorten

Ein Champagner kann in unzählbar vielen Geschmacksrichtungen vorliegen. Jeder Winzer, jede Weingenossenschaft und jeder Selbstmarkter im Weinbaugebiet produziert einen eigenen Stil. Allerdings kann man grundsätzlich einige Champagnersorten unterschieden.:

Blanc de Blancs: Ausschließlich aus weißem Chardonnay

Blanc de Noirs: Ausschließlich aus blauen Trauben, was sehr selten ist.

Brut: Trocken (< 15 g/l Zucker) und meistens Jahrgangslos. Das ist der wichtigste und bekannteste Champagnertyp.

Crémant: Weniger stark moussierend.

Demic-Sec: Halbsüß ( 33-50 g/l Zucker)

Doux: Süßer Dessertwein mit über 50 g/l Zucker

Extra-Brut: Ganz besonders trocken (< 6 g/l Zucker)

Millésimé: Jahrgangschampagner aus einem besonders guten Jahr. Vintage Champagner.

Rosé: Um diesen Champagnertyp zu produzieren wird meistens etwas stiller Rotwein zu moussierendem Weißwein zugegeben.

Cuvée de Prestige: So wird der beste wein des jeweiligen Erzeugers bezeichnet. Dabei wird meist eine spezielle Flasche verwendet. Sehr teuer. Das beste Beispiel stellt der Dom Pérignon von Moet & Chandon dar.

Sec: Zwischen Brut und Demic-Sec. Selten.

Extra Dry: (12 – 20 g/l Zucker) Selten.